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unsere Neuzugänge

Das Fabergé Museum berichtet über zwei Neuzugänge, die auf gewisse Weise miteinander verbunden sind: 
 
  •  Koffer von Agathon Fabergé

 

Wie bekannt, war der Sohn von Carl Fabergé, Agathon Carlovitsch Fabergé (1876-1951), in der Firma nicht nur zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder Eugen tätig, sondern auch selbständiger Schatz-Gutachter am russischen Zarenhof und als wahrscheinlichster Nachfolger von Carl Fabergé vorgesehen.


 
Agathon Fabergé

 

Als brillanter Juwelier und Designer war Agathon Fabergé auch der Schatzmeister des Familienunternehmens. Darüber hinaus verstand er sich bestens auf Edelmaterialien und seltenste Antiquitäten. Er selbst besaß eine der teuersten und seltensten Sammlungen von antiken Gemälden Alter Meister, orientalischen Teppichen, seltenen Briefmarken, Bronzen, Chinesische und Japanische Kunstobjekte, usw. Zwischen Freunden und Bekannten galt sein modernes dreistöckiges Haus in Levaschevo (bei St. Petersburg) als „kleines Ermitage-Museum", in dem sich über 5.500 Sammelobjekte und dazu Edelsteine, Rohdiamanten und Edelmetalle für künftige Erzeugnisse der Firma Fabergé befanden.

Leider wurde das Gut zur Last, als es nach der Bolschewiken-Revolution um das reine Überleben ging. Nachdem die Familie Fabergé mit den anderen drei Söhne und allen Frauen das Land verlassen hatte, blieb Agathon Fabergé als einziger in St. Petersburg zurück und versuchte sogar noch aus dem Schlimmen das Beste zu machen, indem er den Handel mit Antiken im Familienhaus Fabergé aufnahm. Es dauerte aber nicht lange, da kam totales Habverbot und Abgabepflicht für Juwelier- und Kunstobjekte jeder Art. Parallel dazu wurde Agathon ab 1922 gezwungen, für die Bolschewiki als Gutachter im staatlichen Schatz-Depot mitzuarbeiten. Charakteristisches Dokument aus dieser Zeit ist eine Ausgabe des Heftes „Les joyaux du tresor de Russie" mit Abbildungen und Beschreibungen aller bedeutenden Zaren-Erbschätze in französischer Sprache, wo zwischen den Verfassern der Name Agathan Fabergés zu finden ist.

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Das war in der Tat nichts anderes, als ein Verkaufskatalog russischer Nationalschätze für westliche Antikhändler und Schnäppchenjäger (ein solches Exemplar ist ebenfalls zu besichtigen in der Ausstellung unseres Museums). Solche „freiwillige Mitarbeit" wurde mehrmals durch Verhaftungen und sogar Inhaftierungen unterbrochen, die infolge der Nichtabgabe der Kulturgüter und wertvoller Juwelen eingetreten waren. Die längste Inhaftierung dauerte fast 11 Monate und endete, wie üblich, mit der „Schenkung" des Löwenanteils seiner Sammlung, Rohdiamanten und Erzeugnisse der Firma Fabergé (darunter das unvollendete Kaiserliche Osterei „Sternenkonstellation des Zarensohns", 1917, jetzt im Bestand der Ausstellung unseres Museums) an Bolschewiki´s Organe.

Nach fünf Jahren Leiden gelang ihm im Winter 1927 die Flucht über das Eis des Baltikums (Ostsee) nach Finnland. Agathon, der mit seinem Schlitten mit Familie und Kindern nachts unter Beschuss der Grenzer fiel, hatte nur das Beste und Teuerste mitgenommen, Sachen aus Diamanten und Gold, Fabergé-Eier und seine Briefmarkensammlung (kompakt, leicht und wertvoll) für Notverkauf, der seinen Einstieg und die Eingliederung in das neue Leben ermöglicht hat.

Einen Koffer dieses Notgepäcks konnten wir jetzt ausfindig machen. Der Koffer ist auf dem Innenfutter mit dem privaten Stempel Agathon Fabergés markiert und nun auch in unserer Ausstellung zu sehen. 


Ein absolut identischer Stempel kommt auch vor auf dem weiteren Neuzugang des Museums: 

  •  Sternenatlas aus der Bibliothek Agathon Fabergés

Der Atlas steht in direktem Zusammenhang mit dem kaiserlichen Osterei „Sternenkonstellation vom Zesarevitsch (Zarensohn) 1917". Dieses Nachschlagwerk diente Carl Fabergé der Berechnung der Sternenpositionen am Tag der Geburt vom Zarensohn Alexej. Die Sterne wurden dann auf die Himmelskugel genau so übertragen, wie sie an diesem Tag am Himmel gestanden haben. Im mittleren Teil des Buches befindet sich eine handgemalte Skizze des Löwen, die auf die blaue Himmelsglaskugel als Gravierung übertragen wurde. Außerdem beinhaltet das Buch eine Sternenkarte als Beilage, auf der eine Handskizze des Löwen direkt auf die Sternenkonstellation projiziert ist, genau wie auf dem Original-Ei.

  

 

2011-03-24
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